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Ziel erreicht: Letzter Platz Cross ist in der
Schweiz eine beliebte Sportart. Zum “Radquer” in Dagmersellen bei Luzern kamen denn auch mehrere tausend Zuschauer. Das hat Volksfestcharakter, die Zuschauer bezahlen Eintritt, auf den Wiesen stehen Wurstbuden, das
Programmheft ist 40 Seiten dick. Klar, dass ich mir einen solchen Event nicht entgehen lassen wollte und darum nahm ich - trotz Flachlandherkunft und wenig Cross-Erfahrung - an dem nationalen Radsportevent teil.
Gnädigerweise teilten mich die Schweizer als “Junior” ein, ich fuhr aber trotzdem mit den Masters, Beschwerden waren also nicht notwendig. Mein klares Rennziel hieß: Letzter werden! Und das ist kein Witz. Wohl
wissend, dass die Schweizer Crosser ein anderes Kaliber fahren als ihre norddeutschen Kollegen wollte ich einfach nur ankommen. Und ich war gut im verfolgen meines Ziels: Schon nach 30 Sekunden Rennverlauf hatte ich
das Ende des Feldes erreicht. Denn gleich am Anstieg nach dem Start sah ich links und rechts die Crosser aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland an mir vorbeiziehen. Ich hatte den letzten Platz und den sollte
ich bis zum Ende nicht mehr abgeben. Die Strecke fand ich reichlich anspruchsvoll, erst ein steiler Aufstieg mit einer finalen Laufpassage, oben 300 Meter Asphalt zum Ausruhen und dann hinab duch lehmige Wiesen,
die mindestens auf zehn Zentimeter Tiefe durchweicht waren. Da schaut man, dass das Vorderrad nur noch gerade steht, wohin es fährt kann man gar nicht mehr richtig beeinflussen. Toll, die Zuschauer: Mit den
Startlisten in den Händen riefen einige immer wieder “Harry, Hopp”. Sie hatten Mitleid mit dem schweren Flachland-Fahrer, der auf ihren Wiesen herumgurkte. Und als Letzter hat man ja bekanntlich einen
Popularitsätsbonus. Ich bedankte mich bei den Zuschauern mut einem Lächeln und bleib auch mal für ein Foto stehen, überholen konnte mich ja niemand. Aufregend dann das Profi-Rennen: Schon cool, wie die Jungs mit
einem Affenzahn drei Zentimeter an scharfkantigen hölzernenen Streckenpfosten entlangpfeifen. Da kann unsereins noch viel lernen. Das Rennen selber war leider nicht so aufregend. Der Schweizer Dauer-Star Thomas
Frischknecht dominierte das Rennen. Er gewann mit mindestens 500 Meter Vorsprung. Wer im Winter in der Schweiz ist, sollte unbedingt mal ein Cross-Rennen mitfahren: Termine findet man unter www.radquer.ch
Offizielle Site: http://www.radquerdagmersellen.ch/
Ergebnisse und weitere Bilder: http://www.radquer.ch/rennen/02dagmersellen/index.htm
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